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Wer die Verantwortung trägt, soll auch die Regeln bestimmen: Ein Jahr nach ihrer Gründung zieht die Pflegekammer NRW als größte Heilberufskammer in Deutschland eine positive Bilanz. „Die Politik kommt nicht mehr an der Pflege vorbei. Wir sitzen mit am Tisch, wenn die großen Budgets beschlossen und Veränderungen ausgehandelt werden, die unser Berufsbild betreffen. Das schafft Selbstbewusstsein, Zuversicht und für die Pflegefachpersonen im Land einen echten Mehrwert“, sagt Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW.

Düsseldorf, 20. Dezember 2023 – 227.989 Pflegefachpersonen sind in der Kammer für NRW inzwischen gemeldet. Allein dies ist bereits ein Erfolg. „Vor Gründung der Kammer wusste niemand so recht, wie viele Pflegefachpersonen es in NRW überhaupt gibt und wo die arbeiten“, erinnert sich Jens Albrecht, Vizepräsident. Die Kammer habe so z.B. herausgefunden, dass jede dritte Pflegefachperson im Land über 55 Jahre alt ist und in den nächsten Jahren in Rente gehen wird. „Wir wissen auch, dass diese Entwicklung alle Pflegebereiche betrifft. Wir müssen deshalb jetzt bereits die Weichen stellen, damit die Demografie uns als Berufsstand nicht überrollt. Wir haben es zum Glück dank der Kammer jetzt selbst in der Hand und werden nicht mehr zum Spielball.“

In über 25 Gremien sitzen Vertreterinnen der Pflegekammer nun unter anderem gemeinsamen mit den Abgesandten anderer Kammern, darunter denen der Ärztinnen und Apotheker*innen. „Wir zeigen Grenzen auf, Grenzen der Zumutung, Grenzen der Belastung von Pflege. Bei anstehenden Entscheidungen kann das auch mal im Sinne der Pflege bedeuten: Nein, nicht mit uns! Etwa, wenn es um das Aussetzen der Personaluntergrenzen zulasten der Pflege geht. Oder um die Altenpflegestruktur in NRW, die in unser aller Sinne ausgestaltet werden sollte“, so Postel.

Die Pflegekammer NRW wurde in 2023 auch bei der Gesetzgebung angehört, etwa als es darum ging, Gewalt gegen Pflegefachpersonen zu verhindern. Oder pflegende Angehörige zu stärken. „Wir stören, wenn es sein muss, schreiben Stellungnahmen, stehen für Medienanfragen als Stimme der Pflege parat“, sagt die Präsidentin.

Das bedeutet aber auch, dass die Kammer die Berufsaufsicht über die Pflege hat. „Der Personalengpass in der Pflege verleitet vielerorts zu „kreativen“ Dienstplänen und provoziert ein Verschleiern von Missständen. Dank der Pflegekammer gibt es nun eine Ansprechpartnerin bei derartigen Verstößen. Zum Beispiel dann, wenn pflegerische Gefahren drohen“, sagt Albrecht.

Ein besonderes Highlight der zurückliegenden zwölf Monate war denn auch die Verabschiedung der Weiterbildungsordnung (WBO) für die Pflege. Das Novum: Erstmals bestimmen nun Pflegefachpersonen die Inhalte ihrer Weiterbildung. Das hatte es davor nicht gegeben. Zum 1. Januar 2024 wird die neue WBO in Kraft treten und dann für alle Pflegefachpersonen in NRW gelten.

Ein generell wichtiges Stichwort bei der Arbeit der Pflegekammer ist „Partizipation“. So geht es in einer gemeinsam mit der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz durchgeführten Mitgliederbefragung darum, aktuelle Erkenntnisse über die Berufszufriedenheit sowie die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu gewinnen und in den politischen Diskurs einzubringen. Die Ergebnisse der Panelbefragung werden voraussichtlich im ersten Quartal 2024 vorgestellt und veröffentlicht.

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