
Die Pflegekammer NRW schlägt Alarm:
Die pflegerische Versorgung in Nordrhein-Westfalen ist in Gefahr – erst recht in Zukunft!
So ist die Versorgungslage in NRW


zwei wichtige Fragen
Was ist los?
Die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen schlägt Alarm: In vielen Kreisen und kreisfreien Städten des Bundeslandes wird es in den kommenden Jahren zu einer drastischen Unterversorgung mit Pflegefachpersonen kommen. Teilweise gehen dreimal mehr Pflegefachpersonen in Rente, als neue Nachwuchskräfte in den Arbeitsmarkt eintreten.
Und gleichzeitig: In Nordrhein-Westfalen steigt der Pflegebedarf deutlich. Bereits 2023 gab es rund 1,38 Millionen Pflegeversicherungs-Empfänger*innen – fast 8 Prozent der Bevölkerung. Seit 2021 ist ihre Zahl um 16 Prozent gestiegen, seit 2013 sogar um etwa 137 Prozent. Die Entwicklung zeigt, dass der Bedarf an Pflege weiter wachsen wird und die Sicherstellung der Pflegeversorgung zunehmend zur Herausforderung wird.
Die Präsidentin der Pflegekammer NRW fordert deshalb die Kommunen in NRW dazu auf, die Zahlen ernst zu nehmen. Mit Blick auf die nahende Personal-Unterversorgung werde dieser Trend zudem dazu führen, dass Arbeitnehmer*innen quer durch alle Branchen künftig immer schwerer eine Pflege für ihre Eltern oder Großeltern organisieren können.
Viele Jahrzehnte hatte das Land NRW keinen Überblick darüber, wo welche Pflegefachpersonen mit welcher Qualifikation oder welchem Alter eingesetzt sind. Seit Gründung der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen Ende 2022 und dem damit aufgebauten Register über alle Pflegefachpersonen in NRW sind derartige Prognosen möglich.
Was fordert die Pflegekammer NRW?
Pflegekammer NRW fordert die Kommunen in NRW dazu auf, die Zahlen ernst zu nehmen. Als Interessensvertretung für die beruflich Pflegenden trägt die Pflegekammer NRW Verantwortung für die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen pflegerischen Versorgung. Angesichts der Herausforderungen in der pflegerischen Infrastruktur setzen wir uns dafür ein, dass
– regionale Gremien mit Vertreterinnen der Pflege besetzt werden, um die Belange der Praxis direkt einzubringen.
– Einen weiteren Schwerpunkt sehen wir in der Förderung der Quartierspflege, die Angehörige, Nachbarn und Freunde in die Pflege vor Ort einbindet.
– Zudem sehen wir die Notwendigkeit in der Stärkung der ambulanten Versorgung, um eine wohnortnahe Versorgung zu gewährleisten.
Diese Forderungen wurden seit Frühjahr 2025 an die zuständigen Kommunalpolitikerinnen in Form von Pressemeldungen und Briefen herangetragen.
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