63 Prozent der Pflegefachpersonen in Nordrhein-Westfalen bewerten ihre berufliche Situation heute positiv – deutlich mehr als 2023
Kammerpräsidentin Sandra Postel: „Diese Entwicklung ist kein Selbstläufer“
Auch in der zuletzt stark belasteten Altenpflege hat sich die Situation merklich verbessert
Düsseldorf, 25. August 2026. Eine Entwicklung, die Mut macht: Die Berufszufriedenheit der Pflegefachpersonen in Nordrhein-Westfalen ist innerhalb von zwei Jahren deutlich gestiegen. Eine aktuelle Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Pflegekammern NRW und Rheinland-Pfalz zeigt: Die Stimmung hellt sich auf – über nahezu alle Arbeitsbereiche hinweg.
63 Prozent der Befragten bewerten ihre berufliche Situation heute positiv – bei der letzten Befragung im Jahr 2023 waren es noch 51 Prozent. Die Belastung der Pandemie-Jahre ist zurückgegangen, gleichzeitig steht die Pflege weiterhin vor großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Dennoch hat sich die Stimmung im Beruf deutlich verbessert. Besonders erfreulich: Der Anteil der sehr zufriedenen Pflegefachpersonen stieg um satte zehn Prozentpunkte von 23 auf 33 Prozent.
Die Trendwende zeigt sich in allen Berufsfeldern
„Steigende Berufszufriedenheit ist weit mehr als eine positive Momentaufnahme. Sie zeigt, dass Pflegefachpersonen ihren Beruf wieder mit mehr Zuversicht erleben. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um Menschen langfristig für die Pflege zu gewinnen und im Beruf zu halten“, sagt Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW.
Die positive Entwicklung zeigt sich in allen Versorgungsbereichen. Besonders deutlich ist der Stimmungsumschwung in Alten- und Pflegeheimen, die 2023 noch die niedrigsten Zufriedenheitswerte aufwies. Dort stieg der durchschnittliche Zufriedenheitswert von 4,7 auf 5,7 Punkte. Auch im Krankenhaus verbesserte sich der Wert von 5,4 auf 6,1 Punkte, in der ambulanten Pflege von 5,9 auf 6,5 Punkte. Über alle Arbeitsfelder hinweg erhöhte sich der durchschnittliche Zufriedenheitswert von 5,4 auf 6,2 Punkte.
Verbesserungen sind spürbar – Aufgaben bleiben
Die Ergebnisse zeigen zugleich, dass weiterer Handlungsbedarf besteht. Pflegefachpersonen im Schichtdienst bewerten ihre berufliche Situation weiterhin kritischer als Kolleg*innen ohne Schichtarbeit. Auch in den Alten- und Pflegeheimen liegt die Berufszufriedenheit trotz der deutlichen Verbesserung noch unter dem Durchschnitt.
„Diese Entwicklung ist kein Selbstläufer. Sie zeigt, dass Investitionen in gute Arbeitsbedingungen Wirkung entfalten können. Digitalisierung, steigende Tariflöhne und der Personalaufbau der letzten Jahre kommen an. Jetzt kommt es darauf an, diesen Weg konsequent weiterzugehen – gemeinsam mit Politik, Arbeitgeber*innen und den Pflegefachpersonen selbst“, betont Postel.
Regelmäßige Studie gibt einen Einblick in das Leben der Pflegefachpersonen in NRW
Grundlage der Ergebnisse ist eine Online-Befragung von insgesamt 2.880 Pflegefachpersonen aus allen Bereichen der professionellen Pflege in Nordrhein-Westfalen. Die aktuelle Mitgliederbefragung knüpft an die erste Erhebung dieser Art aus dem Jahr 2023 an. Die Allensbach-Studie beleuchtet in regelmäßigen Abständen den Alltag, die Lebensumstände und die Arbeitsbedingungen von Pflegefachpersonen in NRW und Rheinland-Pfalz. Dadurch entsteht ein Bild davon, wie sich die Pflege entwickelt; wo es Verbesserungen, aber auch Nachholbedarf gibt.
Die dazugehörige Pressemitteilung als Download finden Sie hier.
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Katrin Simoneit
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