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Pflegekammer NRW warnt vor enormer Arbeitsbelastung

Die Klimakrise trifft Deutschland mit voller Wucht und damit ein Land, das eine der ältesten Bevölkerungen hat. Die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen warnt schon jetzt, dass die zunehmende Zahl an Senior*innen unter den Hitzewellen leiden wird, was das Gesundheitssystem vor völlig neue Herausforderungen stellt. „Die Probleme des klimatischen und des demografischen Wandels betreffen uns nicht nur zur gleichen Zeit, sie verstärken sich gegenseitig. Wenn die Politik diese Krisen weiter ignoriert, laufen wir auf eine Katastrophe zu. Gerade auch in der Pflege!“, warnt Kevin Galuszka, Mitglied im Vorstand der Pflegekammer NRW.

Düsseldorf, 13. August 2025 – „Was die Pflege tagtäglich bei diesen Temperaturen erlebt, ist besorgniserregend. Bei den Patient*innen und bei den Pflegenden selbst“, so Galuszka. „Trotzdem fehlt es an klaren Strukturen, Kompetenzen und Ressourcen. Die professionelle Pflege muss endlich als zentrale Akteurin im Hitzeschutz verstanden und politisch gestärkt werden“.

Während Hitzewellen könne die Arbeitsbelastung beträchtlich erhöht sein. Dabei kommen zwei maßgebliche Probleme zusammen: Zum einen wirkt sich Hitze auf die Leistungsfähigkeit der Pflegenden selbst aus und zum anderen erhöht sich oft der Informations- und Versorgungsaufwand bei den pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen. Das bedeutet für die Pflegenden, sie müssen unter den ohnehin erschwerten Bedingungen unter Zeitdruck mehr Leistung erbringen. Die Gefahren bei Hitze für Patient*innen sind dabei vielfältig. Dehydration, Hitzschlag, Belastung des Herz-Kreislauf-Systems, Verschlechterung von Vorerkrankungen und damit einhergehende Verwirrtheit belasten die Menschen.

Eine Studie der Stiftung ZQP „Hitzeschutz in der ambulanten Pflege – 2024“ bestätigt dies. 44 Prozent der Befragten gaben an, dass es in den drei Monaten vor der Erhebung in ihrer Region häufig oder sehr häufig so heiß war, dass dadurch ein gesundheitliches Risiko für die von ihnen betreuten Pflegebedürftigen entstand.

Die Pflegekammer NRW nimmt das Thema sehr ernst. Zum bundesweiten Hitzeaktionstag haben die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen, der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und der Deutsche Pflegerat (DPR) gemeinsam eine Online-Veranstaltung initiiert, in der die fundierten Hitzeaktionspläne des damaligen Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) für den stationären Bereich vorgestellt wurden. Hitzeschutzpläne für Einrichtungen wie Pflegeheime, Krankenhäuser und betreute Wohngemeinschaften sind überlebenswichtig, um die Bewohner*innen und die Pflegefachpersonen vor den gesundheitlichen Gefahren der Hitze zu schützen. Durch die Einbindung pflegerischer Perspektiven – insbesondere aus dem Bereich Community Health Nursing (CHN) – konnten praxisnahe Ergänzungen erarbeitet werden.

Da das neu gegründete Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz (LfGA NRW) plant, künftig den Fokus verstärkt auf den ambulanten Sektor zu richten, möchte die Pflegekammer NRW diesen Prozess aktiv unterstützen. „NRW ist zwar insgesamt beim Thema Hitzeschutz deutlich weiter als andere Bundesländer“, betont Kevin Galuszka. „Doch es braucht noch erheblich mehr Unterstützung aus der Politik. Auch beim Thema Hitze muss die Stimme der Pflege gehört werden. Wir als Kammer stehen für jedes Gespräch zur Verfügung“, so Galuszka.

Die gemeinsame Pressemeldung der Pflegekammer NRW, des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) und des Deutschen Pflegerates (DPR) zum Hitzeaktionstag im Juni steht auf der Website der Pflegekammer NRW bereit [PDF-Datei].

Der vollständige Bericht der erwähnten Studie steht auf der Website der Stiftung ZQP zum Download bereit [PDF-Datei].


Pressekontakt
Leonie Brand
Telefon: 0211 822 089-505
Mobil: 0174 759 5048
E-Mail: presse@pflegekammer-nrw.de

Pressemitteilung als PDF-Datei ↗️

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