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Wohnungsnot gefährdet die Pflegeversorgung: Steigende Mieten und fehlender bezahlbarer Wohnraum erschweren Pflegefachpersonen das Leben und die Arbeit
In vielen Städten und Kreisen in NRW gehen Pflegefachpersonen in den Ruhestand, während der Nachwuchs fehlt
Politik muss sofort bezahlbaren Wohnraum für Pflegefachpersonen schaffen, um die Pflegeversorgung langfristig zu sichern

Düsseldorf, 9. März 2026. Der Nachwuchs fehlt nicht nur – er hat auch keinen Platz zum Leben. Eine alarmierende Analyse von CORRECTIV.Europe zeigt, wie der Pflegekräftemangel in Nordrhein-Westfalen durch die Wohnungsnot verschärft wird: Pflegefachpersonen müssen immer mehr arbeiten – und finden zudem keine bezahlbare Wohnung.

„Die Situation ist dramatisch“, warnt Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW. „In vier von zehn Städten und Kreisen, die wir als besonders gefährdet vom Versorgungsmangel identifiziert haben, sind Wohnungen für Pflegefachpersonen schlichtweg unbezahlbar. Wie sollen wir in diesen Regionen noch qualifizierte Fachpersonen für den Pflegeberuf gewinnen, wenn sie nicht einmal ein Dach über dem Kopf finden?“

In einigen Städten bzw. Kreisen gehen dreimal mehr Menschen in Rente als nachkommen

Die Städte bzw. Kreise Leverkusen, Neuss, Warendorf und Steinfurt gelten als besonders gefährdet. Nach Zahlen der Pflegekammer NRW gehen hier drei Mal so viele Pflegefachpersonen in den Ruhestand, wie neue Nachwuchskräfte den Arbeitsmarkt betreten. In Leverkusen etwa werden 38 Prozent der Pflegefachpersonen in den kommenden Jahren in Rente gehen während lediglich 10 Prozent durch Berufsanfänger*innen auf den Markt kommen.

„Die demografische Entwicklung verschärft das Problem noch weiter: Leverkusen gehört zu den ältesten Städten in NRW, rund 37,5 Prozent der Bevölkerung ist 55 Jahre oder älter. Wer wird diese Menschen pflegen, wenn die Fachpersonen fehlen? Und vor allem: Wo sollen sie leben?“, erklärt Postel.

„Wir müssen die langfristige Versorgung der Bevölkerung sicherstellen“

Die CORRECTIV-Analyse beleuchtet die dramatischen Auswirkungen der Wohnungsnot auf die Pflegeversorgung. Dabei wurden die Durchschnittsgehälter von Pflegefachpersonen mit den aktuellen Wohnungspreisen in verschiedenen Städten verglichen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die stark steigenden Mieten und Kaufpreise verschärfen die ohnehin schwierige Situation in der Pflege weiter. So sind die Mietpreise in Leverkusen laut der Plattform Immowelt alleine in den letzten fünf Jahren um 18 Prozent gestiegen.

„Früher stellten viele Kliniken ihren Pflegefachpersonen Wohnungen zur Verfügung. Diese Wohnheime wurden jedoch in den letzten Jahrzehnten zunehmend aufgegeben. Einige Krankenhäuser bieten mittlerweile wieder Wohnungen an, aber diese Lösung greift nur punktuell“, erklärt Postel. „Pflegefachpersonen in betroffenen Regionen muss bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung gestellt werden. Nur so lässt sich der drohende Fachkräftemangel effektiv bekämpfen und die langfristige Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Es wird Zeit, dass die Kommunen endlich handeln – und zwar jetzt!“

Die dazugehörige Pressemitteilung finden Sie hier.

Pressekontakt
Katrin Simoneit
Telefon: 0211 873998-509
E-Mail: presse@pflegekammer-nrw.de

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