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Pflegekammer NRW pocht auf die Einhaltung der Berufsordnung
Pflegefremde Aufgaben gefährden Patient*innenversorgung
Präsidentin: „Pflegebudget entwickeln, nicht verteufeln“

Düsseldorf, 26. Februar 2026. Nach der aktuellen Kritik durch den AOK-Bundesverband warnt auch die Pflegekammer NRW vor einem Missbrauch des Pflegebudgets. „Wir sehen, dass viele Krankenhäuser Pflegefachpersonen einsetzen, um Schränke auszuputzen oder den Pfortendienst zu übernehmen. So werden auf dem Rücken der Pflege an anderer Stelle Kosten eingespart. Das verstößt nicht nur gegen die Berufsordnung, sondern gefährdet die Qualität der Pflege und die Sicherheit der Patient*innen“, berichtet Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW.

Um solche Fehlanreize zu vermeiden, fordert die Pflegekammer NRW eine Reform des Budgets auf Basis der Berufsordnung für Pflegefachpersonen und appelliert an die Krankenkassen: „Lassen Sie uns das Pflegebudget zusammen weiterentwickeln, statt es pauschal zu verteufeln. Durch die von der Pflegekammer NRW etablierte Berufsordnung sind wir die zentrale Entscheidungsinstanz, wenn es darum geht, was Pflege ist – und was nicht.“

Die Kritik der Krankenkassen stützt sich besonders auf den enormen Ausgabenanstieg im Bereich der Personalkosten der letzten Jahre. Eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt, dass die Pflegepersonalkosten von 19,4 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 26,1 Milliarden Euro im Jahr 2024 gestiegen sind – ein Anstieg von mehr als 30 Prozent. Gleichzeitig sinken die Fallzahlen in den Kliniken.

Fachfremde Aufgaben führen zu Überlastung und Qualitätsverlust

„Mehr Pflegefachpersonen für weniger Patient*innen – das mag auf den ersten Blick wie eine Verbesserung aussehen. Doch wie immer hat die Medaille zwei Seiten“, erläutert Postel. „Wo Kliniken die Mittel verantwortungsvoll eingesetzt haben, konnten sie Personal aufbauen, den Qualifikationsmix stärken und die Versorgungsqualität verbessern. In anderen Häusern wird das Budget jedoch missbraucht: Pflegefachpersonen übernehmen zunehmend fachfremde Tätigkeiten, die nichts mit ihrer eigentlichen Berufsausübung zu tun haben. Das führt zu Überlastung und Qualitätsverlust.“

Zum Hintergrund: Das Pflegebudget finanziert seit 2020 die Personalkosten von Pflegefachpersonen in Krankenhäusern. Es basiert auf der Zahl und Qualifikation der Pflegefachpersonen und soll die Pflege besser finanzierbar machen. Die Pflegekammer NRW fordert eine transparente und zweckgebundene Verwendung des Pflegebudgets, um sicherzustellen, dass diese Mittel ausschließlich für Pflegeaufgaben verwendet werden. „Wir brauchen eine schärfere Definierung der Pflege. Es darf keine Möglichkeit für Kliniken geben, Pflegefachpersonen in Aufgaben zu drängen, die nicht ihrem Fachgebiet entsprechen“, so Postel weiter.

Pflegekammer NRW kämpft gegen Berufsrechtsverletzungen Die Pflegekammer NRW ist die zentrale Instanz, wenn es darum geht, die Berufsordnung durchzusetzen und die Qualität der Versorgung zu gewährleisten. „Wenn Pflegefachpersonen Hinweise auf den Missbrauch des Pflegebudgets geben, wird die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen aktiv und zeigt den Träger im Zweifel wegen einer Berufsrechtsverletzung an. Wir setzen uns dafür ein, dass Pflegefachpersonen ausschließlich dort arbeiten, wo ihre Expertise am dringendsten benötigt wird – in der direkten und kompetenten Versorgung der Patient*innen“, erklärt die Präsidentin.

Die dazugehörige Pressemitteilung finden Sie hier.

Pressekontakt
Katrin Simoneit
Telefon: 0211 873998-509
E-Mail: presse@pflegekammer-nrw.de

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