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Pflegekammer NRW sorgt für mehr Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden
Scharfe Kritik: Keine Verbesserung für privaten Wohnraum in Landesbauordnung
Pflegegerechtes Wohnen muss stärker in Bau- und Wohnpolitik berücksichtigt werden

Düsseldorf, 03. August 2026.
 Künftig können öffentliche Gebäude im Sinne der Barrierefreiheit leichter umgebaut oder in ihrer Nutzung verändert werden. Dazu zählen auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Möglich wird dies durch das Engagement der Pflegekammer NRW, die jetzt mit weiteren Akteur*innen aus dem Sozialbereich Vorschläge in den Prozess einbringen konnte. So lassen sich beispielsweise fortan barrierefreie Zugänge, breitere Türen oder besser nutzbare Sanitärbereiche bei Umbauten von Bestandsgebäuden leichter umsetzen. „Für pflege-bedürftige Menschen ist dies ein großes Plus. Gleichzeitig kritisieren wir an der neuen Landesbauordnung, dass ausgerechnet der private Wohnbereich von dieser Novellierung ausgeschlossen wurde. Das ist geradezu fatal angesichts der demographischen Entwicklung“, sagt Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW.

Rund 87 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in NRW werden nämlich zu Hause versorgt. Gerade deshalb sei die Gestaltung von Wohnraum ein zentraler Faktor für die Zukunft der Pflege. „Wenn Wohnungen pflegegerechter gestaltet sind, erleichtert das die Pflege und entlastet Angehörige und ambulante Pflegefachpersonen. Gleichzeitig können Menschen länger zu Hause leben, was wiederum den Druck auf die stationäre Langzeitpflege und letztlich auf unser Gesundheitssystem reduziert. Pflegegerechtes Wohnen ist also ein existenzieller Baustein für eine zukunftsfähige Versorgung“, betont Postel.

Konkrete Vorschläge lagen auf dem Tisch

Die Pflegekammer NRW hatte im Vorfeld gemeinsam mit weiteren Akteur*innen konkrete Vorschläge vorgelegt, wie Wohnraum besser auf eine alternde Gesellschaft und den steigenden Pflegebedarf ausgerichtet werden kann. Im Mittelpunkt standen unter anderem ausreichende Bewegungsflächen, pflegegerechte Sanitärbereiche, flexible Grundrisse sowie die systematische Einbindung pflegefachlicher Expertise in Bau- und Planungsprozesse.

Am gemeinsamen Positionspapier beteiligt waren neben der Pflegekammer NRW die Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen, Claudia Middendorf, der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e. V. (BIVA), dem Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e. V. und dem Verein wir pflegen NRW e. V.

Pflegegerechtes Wohnen muss auf die politische Agenda

Die Pflegekammer NRW fordert jetzt nachdrücklich, pflegegerechtes Wohnen stärker in politische Entscheidungen rund um Bauen, Wohnen und Versorgung einzubeziehen. „Die Voraussetzungen für die Pflege der Zukunft müssen heute geschaffen werden. Wer Menschen ermöglichen will, möglichst lange sicher und selbstbestimmt zu Hause zu leben, muss pflegegerechtes Wohnen stärker mitdenken“, so Postel abschließend.

Das Positionspapier zum Thema finden Sie hier.

Die dazugehörige Pressemitteilung als Download finden Sie hier.


Pressekontakt
Katrin Simoneit
Telefon: 0211 873998-509
E-Mail: presse@pflegekammer-nrw.de

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