Nach Thüringen jetzt Sachsen-Anhalt: Die AfD stellt Pflegefachpersonen wieder ohne Beweise unter den Verdacht politischer Wahlbeeinflussung
Pflegekammer NRW solidarisiert sich mit Kolleg*innen in Sachsen-Anhalt
Ein Muster? Pflegekammer NRW warnt vor politischer Stimmungsmache gegen den Pflegeberuf
Düsseldorf, 19. August 2026. Erneut erhebt ein AfD-Spitzenpolitiker haltlose Vorwürfe gegen Pflegefachpersonen und unterstellt ihnen, die Briefwahl von Bewohner*innen in Pflegeeinrichtungen politisch zu beeinflussen. In einem aktuellen Video zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ruft AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund dazu auf, bei der Briefwahl in Pflegeheimen „genau hinzuschauen“. Belege für seine Unterstellungen liefert er nicht.
Erneuter Vorwurf gegen Pflegefachpersonen – kein Einzelfall
Der Vorwurf ist nicht neu: Bereits 2024 wurden Pflegefachpersonen im Zusammenhang mit der Landtagswahl in Thüringen mit vergleichbaren Behauptungen aus der AfD konfrontiert. Schon damals stellte die Pflegekammer NRW klar, dass es keinerlei Grundlage für die pauschale Unterstellung gibt, Pflegefachpersonen würden die Briefwahl pflegebedürftiger Menschen manipulieren.
„Dass erneut ein solcher Vorwurf ohne jeden Beweis gegen Pflegefachpersonen erhoben wird, ist nicht hinnehmbar. Wer Menschen, die täglich Verantwortung für Pflegebedürftige übernehmen, pauschal politische Einflussnahme unterstellt, diskreditiert unseren gesamten Berufsstand“, sagt Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW.
Pflegefachpersonen verdienen Vertrauen statt Generalverdacht
Die Pflegekammer NRW solidarisiert sich ausdrücklich mit den Kolleg*innen in Sachsen-Anhalt. Pflegefachpersonen ermöglichen pflegebedürftigen Menschen, ihr Wahlrecht auszuüben. Diese Unterstützung ist keine politische Einflussnahme, sondern gelebte Selbstbestimmung.
„Pflegefachpersonen leisten jeden Tag verantwortungsvolle Arbeit für Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Sie verdienen dafür Vertrauen und Respekt – keinen politischen Generalverdacht“, so Postel.
Pflegekammer NRW steht für Demokratie und Selbstbestimmung
Die Pflegekammer NRW hat bereits 2024 gemeinsam mit den anderen Heilberufskammern in NRW klare Haltung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Ausgrenzung gezeigt. Sie steht für eine Pflege, in der jeder Mensch unabhängig von seiner politischen Haltung würdevoll und selbstbestimmt versorgt wird.
Diese Haltung verpflichtet auch dazu, klar zu widersprechen, wenn Pflegefachpersonen politisch instrumentalisiert werden. „Erst Thüringen, jetzt Sachsen-Anhalt. Das nächste Mal NRW? Nicht mit uns. Pflegefachpersonen sind keine Wahlkampfkulisse für politische Stimmungsmache. Wir werden uns gegen solche Hetzkampagnen wehren“, sagt Postel.
Die dazugehörige Pressemitteilung als Download finden Sie hier.
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