Pflegefachperson und Kind mit Rollstuhl. Foto: Rolfes
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Ärzt*innen kritisieren die Pflegeausbildung in den sozialen Medien
Pflegekammer NRW: „Rückschritt bringt uns nicht weiter!“
Neue Weiterbildungen vertiefen die Spezialisierung im Bereich der Kinderkrankenpflege   

Düsseldorf, 26. Januar 2026 – Die jüngsten Kritiken von Ärzt*innen in den sozialen Medien, die die Eignung der Pflegeausbildung für die Anforderungen der Kinderkrankenpflege infrage stellen, weist die Pflegekammer NRW mit Nachdruck zurück. „Pflegeberufe entwickelt sich aus unserer Kolleg*innenschaft und benötigen keine Belehrung von außen. Die Pflegekammer steht klar hinter der Eigenverantwortung der Pflege, die ihre Pflegefachpersonen mit gezielten Weiterbildungen auf die Herausforderungen der Kinderkrankenpflege vorbereitet“, hält Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen, dagegen.

„Die generalistische Ausbildung ist ein wichtiger Schritt hin zu einem flexibleren, zukunftsfähigen Pflegeberuf, der europaweit anerkannt wird,“ erklärt Postel weiter. „In der Medizin ist es selbstverständlich, dass auf ein generalistisches Studium eine strukturierte Facharztweiterbildung folgt. Genau diese Logik haben wir nun auch in der Pflege. Ein Rückschritt bringt uns nicht weiter.“

Der Hintergrund: Seit der Einführung des Pflegeberufegesetzes (PflBG) im Jahr 2020 durchlaufen alle Pflegeauszubildenden eine zweijährige generalistische Grundausbildung. Im dritten Jahr können sie sich entscheiden, ob sie den generalistischen Abschluss erwerben oder sich in den Fachrichtungen der Altenpflege oder der Kinderkrankenpflege spezialisieren.

„Die Generalistik ist nicht das Ende der Spezialisierung, sondern der Beginn einer soliden, europaweit anerkannten Ausbildung. Nach der Grundausbildung müssen Pflegefachpersonen gezielt weitergebildet werden, um in spezialisierten Bereichen wie der Kinderkrankenpflege mit fundiertem Wissen und praxisorientierten Fähigkeiten zu arbeiten“, so Postel weiter. „Diese Weiterbildungsangebote sind der Schlüssel, um den Anforderungen der Kinderkrankenpflege gerecht zu werden und die Qualität langfristig zu sichern.“

Aus diesem Grund veröffentlichte die Pflegekammer Ende 2025 die Rahmenvorgabe für eine Spezialisierungsweiterbildung in der Pflege von Kindern und Jugendlichen, die einen verbindlichen und praxisnahen Standard für die Weiterqualifizierung setzt. Zusätzlich zu den fachlichen Weiterbildungsangeboten arbeitet die AG Kinderkrankenpflege der Pflegekammer an Maßnahmen zur Entlastung von Pflegefachpersonen, etwa durch die verstärkte Nutzung digitaler Technologien oder die Einbindung von Pflegeassistenz auf Station. „Wir als Pflegekammer agieren intensiv mit allen Akteur*innen zusammen, um die Arbeitsbedingungen für Pflegefachpersonen langfristig zu verbessern.“

Abschließend weist die Pflegekammer NRW darauf hin, dass die ersten Jahrgänge der generalistischen Ausbildung durch die Corona-Pandemie belastet wurden. Postel: „Diese außergewöhnlichen Jahre sind keine Grundlage für allgemeine Grundsatzurteile. Jetzt müssen wir diese Erfahrungen nutzen, um zukunftsfähige Strukturen zu schaffen und die Generalistik weiter zu stärken.“

Info: Weiterbildung für Pflegefachpersonen in der Kinder- und Jugendpflege

Die Pflegekammer NRW hat eine neue Weiterbildung für Pflegefachpersonen konzipiert, die in der Pflege von Kindern und Jugendlichen tätig werden oder sich spezialisieren möchten. In fünf praxisorientierten Modulen lernen die Teilnehmer*innen alles, was sie für eine gute Betreuung von Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Lebensphasen brauchen – von der Prävention bis zur Palliativpflege. Die Weiterbildung legt besonderen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Familien und die Einbeziehung der Kinder in die Pflege. Ziel ist es, den Pflegefachpersonen mehr Sicherheit und Fachwissen zu vermitteln, damit sie die bestmögliche Versorgung bieten können. So wird die Pflegequalität gesichert und die Arbeit in der Kinderkrankenpflege wird für Fachkräfte noch attraktiver.

Die dazugehörige Pressemitteilung finden Sie hier.

Pressekontakt
Katrin Simoneit
Telefon: 0211 873998-509
E-Mail: presse@pflegekammer-nrw.de

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