57 Prozent der Pflegefachpersonen sagen, dass sich Beruf und Privatleben gut oder sehr gut vereinbaren lassen – 11 Prozentpunkte mehr als 2023
Weniger Überstunden und weniger ungeplantes Einspringen entlasten den Arbeitsalltag
Trotz der positiven Entwicklung fühlen sich zwei Drittel der Befragten weiterhin stark oder sehr stark belastet
Düsseldorf, 21. September 2026. Beruf und Privatleben lassen sich für Pflegefachpersonen in Nordrhein-Westfalen heute besser miteinander vereinbaren als noch vor drei Jahren. 57 Prozent bewerten die Vereinbarkeit inzwischen als gut oder sehr gut – 2023 waren es 46 Prozent. Das zeigt die Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Pflegekammern NRW und Rheinland-Pfalz.
„Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund der besonderen Belastungssituation im Jahr 2023 einzuordnen: Die damalige Befragung stand noch deutlich unter dem Eindruck der Corona-Pandemie und ihrer Folgen für den Pflegealltag“, erklärt Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW. „Die Erhebung zeigt, dass sich die Situation seit dieser außergewöhnlich belastenden Phase etwas entspannt hat.“
Mehr als die Hälfte sieht Beruf und Privatleben gut vereinbar
Inzwischen bewertet mehr als die Hälfte der Befragten die Vereinbarkeit positiv. Auch bei der wahrgenommenen Belastung gibt es eine leichte Entspannung. Der Anteil der Pflegefachpersonen, die sich weniger stark, kaum oder gar nicht belastet fühlen, ist von 21 auf 31 Prozent gestiegen. Das gilt über verschiedene Arbeitszeitmodelle hinweg und auch für Pflegefachpersonen im Schichtdienst.
Ein möglicher Grund dafür liegt in Veränderungen des konkreten Arbeitsalltags. Pflegefachpersonen haben heute durchschnittlich 51 Überstunden auf ihrem Arbeitszeitkonto. 2023 waren es noch 62. Eine weitere positive Entwicklung: Der Anteil derjenigen, die häufig ungeplant bei der Arbeit einspringen müssen, ist seit 2023 um acht Prozentpunkte auf elf Prozent gesunken. Außerdem sind Pflegefachpersonen zufriedener mit ihrem Gehalt und Ihrem Beruf insgesamt.
Zwei Drittel der Pflegefachpersonen fühlen sich weiterhin stark belastet
Trotz der positiven Entwicklung bleibt die Belastungssituation ernst. Zwei Drittel der Pflegefachpersonen fühlen sich weiterhin stark oder sehr stark belastet. Besonders deutlich zeigt sich das beim Schichtdienst. Nur 44 Prozent der Pflegefachpersonen im Schichtdienst sagen, dass sich Beruf und Privatleben gut oder sehr gut vereinbaren lassen. Bei Pflegefachpersonen ohne Schichtdienst sind es 77 Prozent.
Wochenend-, Feiertags- und Nachtdienste, Schichtdienst sowie unregelmäßige und kurzfristig veränderte Arbeitszeiten zählen zu den größten Hindernissen für die Vereinbarkeit. Auch Zeitdruck und Verwaltungsaufwand bleiben zentrale Belastungsfaktoren im Berufsalltag.
„Wir freuen uns über die Entwicklung, aber zufrieden können wir damit noch nicht sein“, sagt Postel. „Wenn zwei Drittel der Pflegefachpersonen weiterhin eine starke oder sehr starke Belastung empfinden, zeigt das, dass noch viel zu tun ist. Gerade die Unterschiede zwischen Schichtdienst und anderen Arbeitszeitmodellen machen deutlich, wie wichtig verlässliche Dienstpläne und eine bessere Planbarkeit sind. Pflegefachpersonen brauchen nicht nur Anerkennung für ihre Arbeit, sondern auch Arbeitsbedingungen, die dauerhaft mit einem guten Privatleben vereinbar sind.“
Allensbach-Befragung gibt regelmäßig Einblick in den Pflegealltag
Grundlage der Umfrageergebnisse des Instituts für Demoskopie Allensbach ist eine Befragung von rund 2.880 Pflegefachpersonen aus allen Bereichen der professionellen Pflege in Nordrhein-Westfalen. Die aktuelle Mitgliederbefragung knüpft an die Erhebung aus dem Jahr 2023 an.
Die dazugehörige Pressemitteilung als Download finden Sie hier.
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Katrin Simoneit
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