Eine Pflegefachperson zerbricht einen Kehrbesen.
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Fast jede zweite Pflegefachperson in NRW übernimmt regelmäßig fachfremde Aufgaben, die nicht zur Pflege gehören
#nichtdeinjob zeigt überspitzt, wie Pflegefachpersonen zu Putzkräften, Türsteher*innen oder Kellner*innen werden
Begleitende Infoveranstaltungen klären über Unterstützungsmöglichkeiten der Pflegekammer NRW auf

Düsseldorf, 26. Mai 2026.
Eine Pflegefachfrau blickt selbstbewusst in die Kamera und zerbricht symbolisch einen Besen. Darüber steht der Satz: „Ich bin keine Fegefachperson.“ Dieses Bild ist das zentrale Motiv der neuen Kampagne #nichtdeinjob der Pflegekammer NRW.
Die Kampagnenmotive zeigen überspitzt, mit welchen fachfremden Aufgaben Pflegefachpersonen im Alltag konfrontiert sind – Putzen, Essen bringen, Betten machen oder Patient*innen transportieren. Fast jede zweite Pflegefachperson in NRW berichtet, dass solche zusätzlichen Aufgaben mittlerweile zu ihrem Alltag gehören.

Pflegefachpersonen als Putzkraft, Türsteher*in und Kellner*in

Diese Verschiebung von Aufgaben hängt mit dem 2020 eingeführten Pflegebudget zusammen, das die Versorgung direkt am Bett sicherstellen soll. Stattdessen werden die finanziellen Mittel durch die Kliniken missbraucht, um an anderer Stelle Geld für Service- und Hilfspersonal zu sparen. Das Ergebnis: Pflegefachpersonen müssen diese Hilfstätigkeiten mit auffangen – sie besetzen die Pforte, putzen Nachtschränke aus und nehmen Essensbestellungen auf. Deshalb werden sie in den Kampagnenmotiven zu Türsteher*innen, Putzkräften und Kellner*innen im Kasack.

„Dieser Missbrauch der Pflege und des Pflegebudgets muss beendet werden“, stellt Kammerpräsidentin Sandra Postel klar. „Pflegefachpersonen dürfen nicht als Allzweckkräfte eingesetzt werden. Auf Grundlage unserer Berufsordnung können und sollen sich Pflegefachpersonen gegen fachfremde Tätigkeiten wehren – und wir unterstützen sie dabei.“

Die Folgen sind gravierend: Pflegefachpersonen haben weniger Zeit für Patient*innen, fühlen sich überlastet und denken immer häufiger an einen Ausstieg. Die Kampagne #nichtdeinjob macht diesen Missstand sichtbar und informiert parallel multimedial darüber, wie Pflegefachpersonen fachfremde Tätigkeiten erkennen, dokumentieren und vertraulich bei der Pflegekammer NRW melden können.

Konkrete Erfolge: Entlastung im Maßregelvollzug

Die Aufklärungsarbeit der Pflegekammer NRW zeigt bereits Wirkung: Im Maßregelvollzug in NRW werden Pflegefachpersonen künftig nicht mehr für rein sicherheitsbezogene Transporte psychisch erkrankter Straftäter*innen eingesetzt. Nach monatelanger Kritik an einem Erlass des Justizministeriums NRW stellt das Land nun zusätzliche Ressourcen bereit, damit Pflegefachpersonen sich wieder auf ihre Kernaufgabe – Versorgung und Therapie der Patient*innen – konzentrieren können.

Digitale Informationsveranstaltungen zu #nichtdeinjob

Um die Kampagne bekannter zu machen, veranstaltet die Pflegekammer NRW in den nächsten Monaten mehrere digitale Infoveranstaltungen. Dort werden Hintergründe erklärt, Fragen beantwortet und praxisnah gezeigt, wie die Pflegekammer NRW unterstützen kann. Die ersten Termine:

16. Juni 2026 | 14:00 – 15:30 Uhr
09. Juli 2026 | 14:00 – 15:30 Uhr

Weitere Informationen und Zugangsdaten gibt’s unter nichtdeinjob.de. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

#nichtdeinjob ist mehr als eine Kampagne – sie ist ein Aufruf zur Solidarität unter Pflegefachpersonen, für respektvollen Umgang mit professioneller Pflege und für strukturelle Veränderungen in Politik und Einrichtungen. Denn: Pflege ist professionelle Versorgung – alles andere ist #nichtdeinjob.

Die dazugehörige Pressemitteilung finden Sie hier.


Pressekontakt
Katrin Simoneit
Telefon: 0211 873998-509
E-Mail: presse@pflegekammer-nrw.de

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