Am Ende gerade mal 15.000 statt 40.000 Stimmen im Online-Voting
Deutlich weniger Petitions-Unterschriften: Pflegekammer sieht in Abstimmung der Kammerkritiker eine Bestätigung ihrer Arbeit
Die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen sieht sich gestärkt angesichts eines Aufrufs, den einige Kritikerinnen der Kammer gestartet hatten. Mit einer Petition wollten sich diese Kritikerinnen gegen die Kammer auflehnen. Die Petition war wochenlang beworben worden und hatte in den sozialen Kanälen und durch die Gewerkschaft ver.di eine weite Verbreitung, am Ende aber nur 15.000 Unterschriften erhalten. „Die nahezu gleiche Petition wurde bereits vor einigen Jahren vor der Einrichtung der Pflegekammer aufgelegt, damals gab es über 40.000 Unterschriften dafür. Wir stellen also fest: Wir konnten inzwischen offensichtlich viele Kritikerinnen und Kritiker mit unserer Arbeit umstimmen“, sagt Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW.
Düsseldorf, 16. September 2025 – Zugleich weist Postel grundsätzlich darauf hin, dass Online-Petitionen dieser Art natürlich nur begrenzt Aussagekraft haben, da grundsätzlich jeder dort mitmachen könne, der online abstimme. „Wir dürfen also nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass wir mit diesem digitalen Voting ein tatsächliches Stimmungsbild innerhalb der Pflege in NRW haben. Wir haben vielmehr ein Ergebnis, das im Internet und damit auch weit über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus entstanden ist“, erklärt Postel.
Dennoch nehme sie die Aktion der Kritikerinnen ernst, die mit diesen Zahlen aufzeigen wollen, dass die Pflegekammer NRW nicht gewollt sei. „Wenn diese Zahlen aber gelten sollen, müssen wir eben auch feststellen, dass die letzte Petition weniger als die Hälfte der Unterschriften bekam als jene vor ein paar Jahren“, sagt Postel. Sie sehe darin eine zunehmende Akzeptanz der Pflegekammer und verweist auf die bislang erfolgreiche Arbeit. So habe die Kammer z. B. eine deutliche Verbesserung in der Kinderkrankenpflege bei Neuaufnahmen in der Klinik erreichen können, erstmals überhaupt für den Berufsstand eine Berufsordnung entwickelt sowie Weiterbildungsstätten zertifiziert und damit die Qualität der fachlichen Weiterbildung gesichert.
„Inzwischen können wir auf eine ganze Reihe von Verbesserungen für die Pflege zurückblicken, aber natürlich macht sich all das nicht aus dem Stand von selbst“, sagt Postel. Über viele Jahrzehnte sei die Pflege ohne
berufsständische Vertretung gewesen, während Ärztinnen oder Apothekerinnen wie selbstverständlich Kammern haben und diese für ihren Berufsvorteil zu nutzen wissen. Diesen Nachteil wolle man jetzt sukzessive aufholen; das brauche jedoch Zeit und Ressourcen. „Eine Kammer lebt von demokratischer Mitbestimmung: Im Herbst 2027 wählen die Pflegefachpersonen erneut ihre Vertreter*innen in die Kammerversammlung. Dann wird sichtbar, wie stark und in welcher Form sie ihre Stimme im Gesundheitswesen vertreten sehen wollen.“
Die dazugehörige Pressemitteilung finden Sie hier.
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